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W3 – Spannend schönes Buchhellertal: Wenn der Westerwald zeigt, was er kann

Manchmal braucht es keinen perfekten Plan – sondern einfach einen Tag draußen.

 

Am Sonntag, den 19. April 2026, machten sich 23 Wanderinnen und Wanderer gemeinsam mit Wanderführer André Hauptmann auf den Weg zur grführten  „Typisch Westerwald“-Tour ins Buchhellertal.

 

Was folgte, war genau das, was man wohl nur hier so erlebt: abwechslungsreich, fordernd – und am Ende einfach typisch Westerwald.

Unterwegs zwischen Fels, Pfaden und Geschichte

Bei strahlendem Sonnenschein startete die geführte Wanderung mit einem ersten fordernden Abschnitt.

 

Über längere Anstiege führte der Weg hinauf zu den Trödelsteinen – einer markanten Felsformation, die nicht nur landschaftlich beeindruckt, sondern auch ein Gefühl dafür vermittelt, wie besonders diese Region ist.

Oben angekommen: Ausblicke, die den Aufstieg vergessen lassen.

 

Doch wie so oft im Westerwald bleibt es nicht lange gleich.

 

Kurze Pause und weiter ging es wieder bergab.

 

 

Bergbau im Buchhellertal

Der Weg führte weiter bergab – hinein in das ruhigere, fast schon stille Buchhellertal.

 

Genau hier wurde auch deutlich, was diese geführte Wanderung besonders macht.

 

Als Heimatkundler mit dem Schwerpunkt Bergbau im Westerwald brachte André immer wieder Hintergründe ein, erklärte Zusammenhänge und machte sichtbar, was man ohne dieses Wissen leicht übersehen würde.

Auf alte Bergbaurelikte trifft man im wildromantischen Buchhellertal.

 

Zunächst ist es kaum zu glauben, dass in diesem abgeschiedenen Tälchen einstmals die Wirtschaft florierte, aber die ausgedehnten Abraumhalden der ehemaligen "Grube Peterszeche" und weiterer Gruben sind nicht zu übersehen. 

 

Mitte des 19. Jahrhunderts erregte die Nachricht über Bleiglanzfunde Aufsehen und verbreitete sich rasch. Ein “Erzfieber” brach aus; das Tretenbachtal, ein Seitental, wurde deshalb scherzhaft “Neumexiko” genannt.

 

Auf engstem Raum entstanden in kurzer Zeit weitere 13 Gruben


Die Bergwerksgeschichte des Buchhellertals begann wahrscheinlich bereits um 1500 und endete 1919 mit der Schließung der Grube “Mückenwiese“.

 

Allerdings wurde schon in der Keltenzeit Erz abgebaut und verarbeitet

Das Buchhellertal

Entlang der Buchheller, die 9 km entfernt auf dem Stegskopf entspringt und bei Wahlbach in die Heller mündet, zeigte sich eine ganz andere Seite der Landschaft: klar, naturverbunden und geprägt von Spuren vergangener Zeiten.

Giftige Schönheit - Die Buchheller

In den vergangenen Jahrhunderten war das Buchhellertal mit zahlreichen Gruben und Bergbauaktivitäten sozusagen ein Hotspot im Bereich des Siegerlandes. 

 

Noch heute werden immer noch Stoffe wie Chrom, Kupfer oder Mangan in das Gewässer eingetragen. Ab dem Haldengelände der ehemaligen „Peterszeche“ ist der Bach stark mit Schwermetallen (u.a. Blei und Quecksilber, Chrom, Kupfer, Mangan)  bis zur Mündung in die Heller in Wahlbach belastet.

 

Deshalb sollte man kein Bachwasser trinken. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht zwar nicht, allerdings reichern sich Schwermetalle im Laufe des Lebens im Organismus an und können so zu negativen Auswirkungen für die Gesundheit führen. Hände, die mit dem Bachwasser in Kontakt waren, sollten daher vor dem Essen mit unbelastetem Wasser gewaschen werden.

 

Als Konsequenz dieser Belastungen sind auch Fische aus dem Bach aufgrund der Schwermetallbelastung nicht für den Verzehr geeignet.

 

Auch das Einatmen von größeren Mengen Staub auf dem Haldengelände kann zu einer erhöhten Aufnahme von Schwermetallen im Körper führen.

Offenes Feuer (z.B. auch beim Grillen) ist grundsätzlich im gesamten Tal verboten 

Die Buchheller zählt damit zu den giftigsten Fließgewässern des Landes Nordrhein-Westfalen, 

DIe Buchheller - ein Idyllisches Bachtal und Naturschutzgebiet

Wenn das Wetter Teil der Wanderung wird

Nach der ruhigeren Passage wurde es wieder anspruchsvoller. Über schmale Naturpfade führt der Weg stetig bergauf.

 

Nach einem kurzen Stopp mit beeindruckender Fernsicht führte der weitere Weg durch das Naturschutzgebiet Saukaute und die Wachholderheide (Huteheide) stetig bergauf.

Ein längerer Anstieg führte hinauf zum Nenkersberg – und genau dort zeigte der Westerwald, was er wettertechnisch kann. Aus Sonnenschein wurde innerhalb kürzester Zeit ein kräftiger Hagelschauer.

 

Kein Ausweichen. Kein Abkürzen. Einfach weitergehen.

 

Die letzten Kilometer hatten es dann noch einmal in sich: schmale, teils rutschige Pfade, Regen – und trotzdem eine Gruppe, die zusammenhielt und die Situation mit der richtigen Mischung aus Ruhe und Humor nahm.

Gemeinsam draußen – und genau das bleibt

Am Ende erreichten alle Teilnehmenden das Ziel wohlbehalten – gut gelaunt und ein Stück weit stolz.

 

Nicht nur auf die zurückgelegten 19 Kilometer, 530 Höhenmeter↑ und 560 Höhenmeter↓ sondern auf das gemeinsame Erlebnis.

 

Denn genau das ist es, was bleibt:

 Nicht nur die Strecke. Sondern das, was man unterwegs erlebt – zusammen.



Der vielfache Applaus am Ende der Tour war eine besondere Anerkennung für die Führung und die sorgfältige Vorbereitung der Wanderung von Wanderführer Andre Hauptmann.

Dass einige Wanderinnen und Wanderer dafür eine Anfahrt von über einer Stunde aus Selters im Taunus in Kauf genommen hatten und am Ende zu hören war:

 

„Das hat sich aber sowas von gelohnt!“,

 

war ein besonderes Kompliment.

 

Solche Rückmeldungen sind Bestätigung und Motivation zugleich und stehen genau für das, was geführte Touren mit Typisch Westerwald ausmacht: 

informativ, persönlich, nie langweilig –"Typisch Westerwald" halt.

Fazit

Eine geführte Wanderung, die ihrem Namen alle Ehre gemacht hat: abwechslungsreich, fordernd und wettertechnisch einfach „typisch Westerwald“. 🌦️🥾

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Geführte Naturerlebnisse im Westerwald

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