Am Freitagabend hatte es noch gewittert. Kräftig. Der ein oder andere hat am Samstagmorgen vielleicht kurz gezögert. Aber dann: trockener Asphalt, kühle Luft, Wolken die sich mit Blau abwechseln.
Treffpunkt um 10 Uhr am Erbstollen in Weilburg. Die Akkus von Smartphones und Kameras sind geladen, die Linsen poliert und die Stimmung gut. Neun Fotobegeisterte mit Fotograf Uwe Rose und Wanderführer Christian Kohlhaas, ausgerüstet mit verschiedenen Kamera-Modellen und Smartphones. Bereit für die Erkundung einer Stadt, die heute für uns mehr bereithält als nur ihre schönen Fassaden.
Gleich zu Beginn werden die Kameraeinstellungen überprüft und die Raster zur Bildkomposition eingestellt. Und dann geht es auch schon los, zur fotografischen Wanderung durch die Residenzstadt Weilburg.
Eine der ersten Stationen ist der Kalvarienberg mit altem Friedhof und der Nachbildung von Golgatha. Dort angekommen erreichten wir auch ein Highlight unserer Tour, die Heilig-Grab-Kapelle. Diese wurde um 1505 als Nachbildung der Grabeskirche in Jerusalem errichtet.
Zusammen mit der Nachbildung der Kreuzigungsstelle entstand hier eine zusammenhängende Passionsanlage — und der Abstand zwischen beiden Bauwerken beträgt exakt 31 Meter, so wie im Original in Jerusalem. Nur 17 solcher Heilig-Grab-Kapellen gibt es in ganz Deutschland. Wer einmal drinnen stand, versteht warum dieser Ort eine besondere Stille hat. Die Kapelle ist nicht zugänglich und wurde extra für unsere Gruppe geöffnet. Gedämpftes Licht, altes Gewölbe, überall Details und tolle Motive.
Vom Kalvarienberg ging die Tour weiter zum König-Conrad-Platz und hinauf in den terassenförmig angelegten Schlossgarten. Von hier oben fällt der Blick, vorbei an barocken Vasen hinunter zur Lahn, zur Steinernen Brücke und auf die Stadt Weilburg. Ein motiv das sitzt — wenn man den richtigen Standpunkt findet und einen passenden Moment abwartet.
Vom Schloss ging es weiter zum Marktplatz, der Schlosskirche, hinab zur Steinernen Brücke und an der Lahn entlang zur Kettenbrücke.
Schloss und Schlosskirche hielten wieder viele Motive und spannende Geschichten für uns bereit. So ist die Fürstengruft in der Schlosskirche bis heute luxemburgisches Staatsgebiet. Mitten in Hessen. Solche Dinge erfährt man nicht im Vorbeigehen.
An und auf der Kettenbrücke konnten wir uns fotografisch noch einmal voll austoben und mit Spiegelungen in der ruhigen Lahn arbeiten. Im Anschluss liefen wir über den Geopfad zum Rollschiff mit seinem freundlichen und gut gelaunten Kapitän. Schwimmwesten an. Hände winken. Lachend über die Lahn.
Um viele Eindrücke und Fotos reicher endete unsere Tour am Erbstollen, wo wir uns gut gelaunt in unserer kleinen Runde verabschiedeten. Weilburg hält wunderbare Orte und Motive bereit - wir hatten viel Glück mit dem Wetter und haben viele Eindrücke mitnehmen können.
Die nächste fotografische Wanderung mit Uwe Rose ist bereits in Planung.
📅 Alle Termine und Anmeldungen findet Ihr auf: www.typisch-westerwald.de/termine
















































Kommentar schreiben