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Fachwerk, Rosengarten & Herzbergblicke – Hadamar überraschte auf vielen Ebenen

Hadamar einmal anders erleben

Nachdem die ursprünglich geplante Wanderung wegen der Hitzewelle abgesagt werden musste, konnte die Entdeckertour rund um Hadamar nun bei angenehmsten Wandertemperaturen nachgeholt werden

24 Teilnehmende machten sich gemeinsam mit DWV-Wanderführer® Rainer Lemmer von Typisch Westerwald auf den Weg, um Hadamar nicht nur als historische Stadt, sondern auch als überraschend abwechslungsreiches Wandergebiet kennenzulernen.

Die rund acht Kilometer lange Tour verband Stadtgeschichte, Kultur, weite Ausblicke und naturnahe Wegeabschnitte.

 

Dabei zeigte sich schnell, dass Hadamar weit mehr zu bieten hat als die bekannten Ansichten rund um Schloss und Altstadt.

Fachwerk, Herzenbergkapelle und Rosengarten

Vom Startpunkt am Elbbachufer führte die Route zunächst vorbei an historischen Fachwerkhäusern durch Hadamar und weiter hinauf zum Herzenberg.

 

Dort steht die Herzenbergkapelle oberhalb der Stadt. Von diesem besonderen Ort eröffnet sich ein weiter Blick auf Hadamar, das Schloss, die Altstadt und die umliegende Landschaft.

 

Nur wenig später erreichte die Wandergruppe den idyllischen Rosengarten. Die blühenden Rosen, der Brunnen und die ruhige Atmosphäre bildeten einen reizvollen Kontrast zu den historischen Gebäuden und den später folgenden Naturpfaden.

 

Herzbestattung und „Mos teutonicus“

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten die Erläuterungen zur früheren Herzbestattung der Hadamarer Fürstenfamilie.

 

Der Name Herzenberg erinnert daran, dass hier einst die Herzen von Angehörigen der Fürstenfamilie beigesetzt wurden.

 

Dabei kam auch der Begriff „Mos teutonicus“ zur Sprache – eine mittelalterliche Bestattungspraxis, die den meisten Teilnehmenden bislang völlig unbekannt war.

 

Aus heutiger Sicht wirkte der geschilderte Vorgang durchaus etwas gruselig. Gleichzeitig zeigte dieses Thema, wie eng Orte, Namen und historische Bräuche miteinander verbunden sein können.

 

Gerade solche weniger bekannten Hintergründe machen geführte Wanderungen von Typisch Westerwald aus: Nicht nur die sichtbaren Sehenswürdigkeiten stehen im Mittelpunkt, sondern auch Geschichten und Zusammenhänge, die sich ohne Erläuterungen oftmals nicht erschließen.

 

Vom Elbbach in die offene Landschaft

Entlang des Elbbachs führte die Route hinaus aus dem Stadtgebiet und weiter über Felder und Wiesen. Weite Blicke in den Westerwald begleiteten die Wandergruppe durch die offene Landschaft.

 

Am Rand eines aktiven Tonbergbaubetriebs zeigte sich der Westerwälder Untergrund in unterschiedlichen Erd- und Tonschichten. Die sichtbaren Farbabstufungen gaben einen eindrucksvollen Einblick in die geologischen Besonderheiten der Region.

 

Unterwegs ergänzte Rainer Lemmer die geschichtlichen Erläuterungen immer wieder durch Hinweise auf botanische Besonderheiten am Wegesrand.

 

Dadurch wurde auch auf scheinbar unscheinbaren Abschnitten vieles sichtbar, das sonst möglicherweise unbeachtet geblieben wäre.

 

Naturpfade unmittelbar am Stadtzentrum

Zum Abschluss wechselte die Wanderung noch einmal deutlich ihren Charakter.

 

Über schmale, teilweise kaum erkennbare Naturpfade führte die Strecke durch einen dichten Waldabschnitt entlang eines kleinen Baches. Vogelstimmen, das Plätschern des Wassers und die dicht stehende Vegetation vermittelten stellenweise fast den Eindruck eines kleinen Dschungels

Kaum zu glauben war für viele Teilnehmende, dass dieser naturbelassene Abschnitt nur wenige Schritte vom Stadtzentrum Hadamars entfernt liegt.

 

Ein Teilnehmer brachte seine Eindrücke treffend auf den Punkt:

„Ich hätte nicht gedacht, dass man so nah am Stadtzentrum auf schmalen Naturpfaden wandern kann. Obwohl ich in Hadamar zur Schule gegangen bin und hier gelebt habe, habe ich noch so viel Neues erfahren.“

 

Dank für Vorbereitung und Erläuterungen

Die Wandergruppe zeigte sich begeistert von der abwechslungsreichen Wegführung und den vielen Informationen zur Geschichte Hadamars sowie zu den botanischen Besonderheiten am Wegesrand.

 

Dafür gab es am Ende ein herzliches Dankeschön und viel Applaus für Rainer Lemmer.

 

Ein besonderes Dankeschön galt auch Rainer und Iris Lemmer. Bei einer weiteren Vorwanderung hatten beide einen Teil der Strecke noch einmal freigeschnitten. So konnte auch die „Kurze-Hosen-Fraktion“ den Abschnitt ohne näheren Kontakt mit Brennnesseln oder Brombeerranken bewältigen.

 

Diese Vorbereitung gehört bei Typisch Westerwald zu einer geführten Wanderung dazu: Die Strecke wird vorab kontrolliert, auf ihre Begehbarkeit geprüft und bei Bedarf an einzelnen Stellen wieder zugänglich gemacht.

 

Gemeinsamer Abschluss

Bei der anschließenden Einkehr klang die Wanderung in geselliger Runde aus.

Bei gutem Essen und Getränken blieb ausreichend Gelegenheit, die vielen Eindrücke, Geschichten und überraschenden Entdeckungen des Tages noch einmal Revue passieren zu lassen.

 

Vielen Dank an alle Teilnehmenden für das große Interesse, die vielen Gespräche und die schöne gemeinsame Zeit.

🌿 Typisch Westerwald
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