Die biogene Kolmation des hyporheischen Interstitials

Trichoptera - Köcherfliegen
Trichoptera - Köcherfliegen

Wow - was für eine Überschrift.

 

ABER um was geht es eigentlich?

 

Unter Kolmation versteht man, auf gut Deutsch, das Zusetzen, bzw. Verstopfen des Kies-Lückensystems von eigentlich durchlässigen Fließgewässersohlen durch den Eintrag und die Ablagerung von Feinmaterialien.

 

Neben der physikalischen und der chemischen Kolmation gibt es auch noch die biogene Kolmation.

 

Bei der biogenen Kolmation erfolgt die Verstopfung des Kies-Lückensystems z.b. durch überproportionalen Algenwuchs (Periphytonbewuchs) oder Bakterienwuchs.

 

Die Anreicherung, bzw. Übersättigung von Nährstoffen, wie z.B. Phosphor oder Stickstoff in einem Fließgewässer, bezeichnet man auch als Euthropierung eines Gewässers.

 

Diese Schadstoffeinträge sind meistens von Menschen verursacht (Abwässer aus Kläranlagen, Einträge aus der Landwirtschaft wie z.B. Dünger, Gülle, etc.). Neben diesen stofflichen Belastungen (Eutrophierung und Schadstoffeinbringungen) tragen auch physikalische Belastungen wie der Eintrag von Kraftwerks-Abwärme, Verbau von Fließgewässern durch Quer-Bauwerke, sowie intensivierte Landwirtschaft oder Entwaldung in den Oberläufen der Fließgewässer zu einer Schädigung, bzw. reduzierten oder einer nicht mehr gegebenen Durchlässigkeit des Kies-Lückensystems bei.

 

Durch diese Prozesse entsteht ein Sauerstoffdefizit im Kies-Lückensystems und die Selbstreinigungskraft des Gewässers reduziert sich. Bedingt durch alle diese Faktoren, sinkt die Biodiversität und führt zu einer weiteren Reduktion der Funktionalität des Kies-Lückensystems mit einschneidenden Auswirkungen auf die restlichen Organismen im Ökosystem Fließgewässer.

 

Makrozoobenthos - Bestimmungsleitfaden
Makrozoobenthos - Bestimmungsleitfaden

Am 17.08/18.08.2018 fand das Seminar "Gewässerökologie für Naturschutz-praktiker" veranstaltet von der Universität Koblenz-Landau unter der Leitung von  PD Dr. rer. nat. Carola Winkelmann (Institut für Integrierte Naturwissenschaften – IfIN), statt.

 

Am 17.08.2018 stand zunächst die Theorie im Vordergrund und es wurden die folgenden Themengebiete behandelt:

 

  • Gewässer als Ökosysteme
  • Natürliche Steuer- und Regelprozesse in Fließgewässerökosystemen
  • Gewässerschutz aus wissenschaftlicher Sicht

Richtig interessant wurde es dann im Praxisteil "Makrozoobenthos - Taxonomie und Ökologie".

 

Anhand von Makrozoobenthos Präparaten konnten die Seminar Teilnehmer mit einem hochauflösenden Mikroskop und einem ausführlichen Bestimmungs Leitfaden die verschiedenen, ausgeteilten Exponate (Larven von Steinfliegen, Köcherfliegen, Eintagsfliegen, etc.) zwar mit ein wenig Mühe, aber immerhin, korrekt bestimmen.

 

 

 

Gründlig
Gründling

Zweiter Tag des Seminars - Exkursion an die Nister in Stein-Wingert.

 

Für den heutigen Tag stand weniger Hörsaal aber mehr Praxis auf der Agenda.

 

Manfred Fetthauer, 1. Vorsitzender der ARGE Nister, erläuterte in seinem Vortrag die folgenden Themengebiete:

  • Vorstellung der Nister und deren Besonderheiten
  • Praxisteil Eutrophierung - Können Kormorane die Gewässergüte nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) beeinflussen?

Bei schönstem Wetter ging es im Praxisteil mit e-Befischung darum, die in der Nister vorkommenden Fischarten zu bestimmen. Wir konnten, von den in der Nister vorkommenden und teilweise bedrohten 23 Fischarten, beachtliche 11 Fischarten bestimmen:

 

Barbe, Döbel, Nase, Gründling, Groppe, Schmerle, Lachs, Bachforelle, Brasse, Schneider, Elritze

 

Im Anschluss an die e-Befischung, besichtigten wir die Permuschel-Aufzuchtanstalt der ARGE Nister und den Flussperl- und  Bachmuschel Nachwuchs.

Seminar "Gewässerökologie für Naturschutzpraktiker"
Seminar "Gewässerökologie für Naturschutzpraktiker"

Nachmittags ging es  "in die Nister" und sozusagen ans Eingemachte.

 

Mit Gummistiefeln, Kescher, Küchensieb, Pinzetten ausgestattet waren wir dem Makrozoobenthos auf der Spur.

 

 

Makrozoobenthos - in der Nister
Makrozoobenthos - in der Nister

Mit Hilfe von Frau PD Dr. rer. nat. Carola Winkelmann konnten wir die folgenden Lebewesen bestimmen:

 

  • Eintagsfliegenlarven,
  • Steinfliegenlarven,
  • Köcherfliegenlarven,
  • Egel,
  • Libellen Larve,
  • Wasser Skorpion,
  • Zuckmückenlarven,
  • Strudelwurm,
  • etc.

 

 

 

Die gefundenen Lebewesen wurden dann den verschiedenen Ernährungstypen: 

  • Zerkleinerer,
  • Sammler,
  • Filtrierer
  • Weidegänger
entsprechend zugeordnet.

 

Download
Seminar "Gewässerökologie für Naturschutzpraktiker"
Agenda des 2 tägigen Seminars an der Uni Koblenz
Gewaesseroekologie, Seminarpogramm 2018-
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Kommentare: 1
  • #1

    Kleine Nervensäge (Samstag, 01 September 2018 09:11)

    Das ist ja total spannend! Muss ich mir noch mal Zeit nehmen, um intensiv zu lesen.

    Sei herzlichst gegrüßt!

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