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Wasser erleben mit allen Sinnen – Familien entdecken die faszinierende Welt der Nister

Bevor die ersten Kinder neugierig an der Steinbrücke in Stein-Wingert eintrafen, war der Kofferraum bereits bis auf den letzten Zentimeter gefüllt.

 

Wathose und Watstiefel für die Elektrobefischung, Gummistiefel, Rucksäcke mit Erste-Hilfe-Material und Verpflegung, vorbereitete Namensschilder sowie mehrere Kisten mit allem, was kleine Naturforscher für ihre Entdeckungen brauchen würden:

 

Becherlupen, verschiedene Kescher, Lupen, Pipetten, Untersuchungsschalen, ein Mini-Wasserlabor, ein Fernglas sowie Bestimmungskarten und Bestimmungsfächer für Tiere an Bach und Teich.

 

Viele dieser Materialien konnten wir mit Unterstützung unseres Kooperationspartners, der Sparkasse Westerwald-Sieg, eigens für unsere Familien-Erlebnis-Wanderungen anschaffen.

 

Auch kleine Geschenke der Sparkasse Westerwald-Sieg und unseres Partners CIMALP warteten bereits auf die jungen Entdecker.

 

Alles war vorbereitet. Jetzt fehlten nur noch neugierige Kinder, spannende Entdeckungen – und ein wenig Wetterglück.

 

Auch dieser Wunsch sollte sich erfüllen.

Manchmal braucht es gar nicht viel, um Kinder für die Natur zu begeistern: einen Kescher, eine Becherlupe, neugierige Fragen – und einen Bach voller Leben. Genau das erlebten 35 Kinder und Erwachsene bei unserer Familien-Erlebnis-Wanderung an der Nister

Schon an der Steinbrücke in Stein-Wingert war die Vorfreude spürbar.

 

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Iris Lemmer die Familien und übernahm den Check-in, während im Hintergrund bereits der erste Höhepunkt vorbereitet wurde.

Der erste Höhepunkt: Was lebt eigentlich in der Nister?

Noch bevor die Wanderung richtig begann, konnten die Familien von der Steinbrücke aus die Elektrobefischung beobachten.

 

Manfred Fetthauer von der Arbeitsgemeinschaft Nister führte sie durch, unterstützt von DWV-Wanderführer® sowie Natur- und Landschaftsführer Rainer Lemmer, der ebenfalls Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Nister ist.

 

Der niedrige Wasserstand nach der anhaltenden Hitzeperiode machte die Elektrobefischung nicht einfach.

Viele Fische hatten sich in tiefere Bereiche der Nister zurückgezogen.

 

Umso größer war die Freude, als nach und nach doch zahlreiche Arten entdeckt wurden:

 

Barben, Gründlinge, Schmerlen, Döbel, Forellen, junge Lachse sowie die beiden wohl ungewöhnlichsten Fischnamen des Tages – Nase und Schneider.

 

Ein herzliches Dankeschön an Manfred Fetthauer, der diese spannenden Einblicke in die Fischwelt der Nister möglich gemacht hat.

„Der heißt wirklich Nase?“

Nun begann der Teil, auf den viele Kinder besonders gespannt gewartet hatten.

 

Die Fische wurden vorsichtig in einen wassergefüllten Behälter gesetzt und dort mit Sauerstoff versorgt, sodass alle Kinder sie aus nächster Nähe betrachten konnten.

 

Rainer Lemmer stellte die einzelnen Fischarten vor und zeigte den Kindern, woran sie die Tiere erkennen können, wovon sie sich ernähren und welche wichtige Rolle sie für das Ökosystem der Nister spielen.

Besonders viel gelacht wurde, als die Kinder erfuhren, dass ein Fisch tatsächlich „Nase“ heißt.

 

Noch spannender wurde es, als sie den nasenartigen Vorsprung an der Schnauze entdeckten, der dem Fisch seinen Namen gegeben hat.

 

Die Nase ernährt sich vor allem von Algen und anderem Aufwuchs, den sie mit ihrer kräftigen Unterlippe von Steinen und vom Gewässergrund abschabt.

 

Damit übernimmt sie in der Nister eine wichtige Aufgabe und trägt dazu bei, dass das natürliche Gleichgewicht im Fluss erhalten bleibt.

Auch der Schneider sorgte für Erstaunen. Nachdem Rainer erklärt hatte, woran man ihn an seiner auffälligen Seitenlinie erkennt, konnten viele Kinder die nächsten Exemplare bereits selbst bestimmen.

 

Genauso war es bei der Barbe mit ihren gut erkennbaren Barteln.

 

Aus neugierigen Zuhörern wurden nach und nach kleine Fischkenner.

Ein großes Exemplar der Nase zeigte deutliche Verletzungen an der Flanke.

 

Vermutlich stammten sie von einem Angriff eines Kormorans. An diesem Beispiel machte Rainer Lemmer den Kindern anschaulich deutlich, welchen negativen Einfluss dieser nicht heimische Fischjäger auf die Fischbestände der Nister hat.

 

Anschließend durften alle Kinder die große Nase ganz vorsichtig streicheln.

 

Dabei sagte ein Kind voller Überzeugung, dass es der Nase durch das Streicheln bestimmt bald wieder besser gehen und sie wieder ganz gesund werden würde.

 

 

Nachdem alle Fische ausführlich betrachtet worden waren, durften die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern die Tiere wieder vorsichtig und unverletzt in die Nister zurücksetzen.

 

Zu Besuch bei den Bachmuscheln

Anschließend führte die Wanderung zur Muschelaufzuchtstation der Arbeitsgemeinschaft Nister.

 

Dort erwartete die Gruppe bereits Dr. Meike Köster, Leiterin der Arbeitsgruppe Fließgewässerökologie an der Universität Koblenz und Projektleiterin des Projekts „Bachmuschelschutz und Zucht Rheinland-Pfalz“.

 

Die Kinder konnten in einem Video beobachten, wie Bachmuscheln das Wasser filtern und warum sie für ein gesundes Fließgewässer so wichtig sind. 

Anschließend hatten sie die Gelegenheit, die jungen Muscheln in den Wasserrinnen der Aufzuchtstation aus nächster Nähe zu betrachten.

 

Anschaulich berichtete Dr. Meike Köster, warum die heimische Bachmuschel heute bedroht ist und mit welchem Aufwand die Tiere geschützt und nachgezüchtet werden.

 

Natürlich blieb es nicht bei einer Erklärung. Die Kinder stellten viele Fragen, die sie gerne und ausführlich beantwortete.

Zeit für eine Pause

Nach den vielen spannenden Eindrücken tat eine kleine Pause allen gut.

 

Während sich die Familien am schattigen Nisterufer ihre Picknickplätze suchten, nutzten die Kinder die Gelegenheit, den angrenzenden Spielplatz mit seinen Spielgeräten und Seilrutschen ausgiebig zu erkunden.

 

Jetzt wurden die Kinder selbst zu Naturforschern

Nach der Pause wartete der Höhepunkt des Tages.

 

Mit Keschern und Becherlupen ausgerüstet ging es endlich selbst in die Nister. Kaum waren die ersten Kescher durchs Wasser gezogen, hörte man überall begeisterte Rufe.

 

Immer wieder wurden kleine Wasserbewohner entdeckt und vorsichtig in flache, mit Nisterwasser gefüllte Untersuchungsschalen gesetzt.

 

So konnten alle Kinder die Tiere aus nächster Nähe beobachten.

 

Mit Bestimmungsfächern, einer App und vielen Erklärungen lernten die kleinen und großen Naturforscher die faszinierende Welt unter der Wasseroberfläche kennen.

 

Was zunächst wie kleine, unscheinbare Tierchen aussah, entpuppte sich schnell als erstaunlich vielfältige Lebensgemeinschaft.

 

Gemeinsam entdeckten die Kinder, wie unterschiedlich die Wasserbewohner leben.

 

Dabei erfuhren sie auch, warum sich beispielsweise Köcherfliegenlarven ihre schützenden Gehäuse aus kleinen Steinchen, Pflanzenteilen und anderem Material bauen.

Besonders spannend war eine Beobachtung in einer der Untersuchungsschalen:

 

Ein Wasserskorpion hatte ein anderes Wassertier gepackt, um es zu fressen. Diese Szene faszinierte nicht nur die Kinder, sondern auch viele Erwachsene.

Eine kleine Mutprobe

Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende.

 

Da an der Nister wieder ein Biber heimisch geworden ist, wollten die Kinder gemeinsam mit Rainer Lemmer nach seinen Spuren suchen.

 

Sie wussten bereits, wovon sich der Biber ernährt, und wollten nun herausfinden, ob sich an den Bäumen entlang des Flusses Fraßspuren entdecken ließen.

Der Weg dorthin führte über große Steinbrocken mitten durch die Nister. 

 

Für manche Kinder und auch für einige Erwachsene war das durchaus eine kleine Mutprobe.

 

Mit etwas Geschick, gegenseitiger Unterstützung und einer guten Portion Mut meisterten jedoch alle die Überquerung mit Bravour.

Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis die ersten Fraßspuren entdeckt wurden.

 

Schon kurze Zeit später fanden die Kinder zwei frisch angenagte Bäume.

 

Deutlicher konnten die Spuren des Bibers kaum sein. Die Fraßspuren zeigten eindrucksvoll, dass der Biber in diesem Abschnitt der Nister tatsächlich wieder lebt.

 

Ein gelungener Abschluss

Bevor sich die Familien verabschiedeten, wartete noch eine kleine Überraschung auf die Kinder.

 

Dank unseres Kooperationspartners, der Sparkasse Westerwald-Sieg, durfte sich jedes Kind über ein kleines Geschenk freuen.

 

Besonders begehrt waren außerdem die Basecaps unseres Partners CIMALP, die an diesem sonnigen Tag sofort als Sonnenschutz aufgesetzt wurden.

 

Herzlichen Dank an unsere Partner für diese Unterstützung.

 

„Jaaaaaa!“

Zum Abschluss stellte Rainer Lemmer den Kindern nur noch eine einzige Frage:

 

„Hat euch unsere Familien-Erlebnis-Wanderung gefallen?“

 

Die Antwort ließ keine Sekunde auf sich warten und schallte laut aus vielen Kinderkehlen:

 

„Jaaaaaa!“

 

Auch die Eltern zeigten mit viel Applaus, wie gut ihnen diese besondere Familien-Erlebnis-Wanderung gefallen hatte.

 

Eine Mutter brachte den Tag schließlich mit wenigen Worten auf den Punkt:

„Das ist so toll, was ihr heute unseren Kindern geboten habt. Da war Abenteuer, Lernen, Erlebnisse und ganz viel Spaß dabei. Vielen Dank auch für eure Vorbereitung und die professionelle, kindgerechte Durchführung.“

Genau das möchten wir mit unseren Familien-Erlebnis-Wanderungen erreichen.

Kinder sollen die Natur nicht nur erklärt bekommen, sondern sie selbst erleben, entdecken und begreifen dürfen.

 

Denn wer einmal einen jungen Lachs, eine Köcherfliegenlarve oder die Spuren eines Bibers mit eigenen Augen gesehen hat, schaut künftig mit ganz anderen Augen auf die Bäche und Flüsse unserer Westerwälder Heimat.

 

Und vielleicht war genau das das Schönste an diesem Tag:

 

Nicht nur die Kinder gingen mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Auch ihre Eltern waren an diesem Vormittag gemeinsam mit ihnen noch einmal zu neugierigen Naturforschern geworden.

🌿Typisch Westerwald
Natur entdecken. Geschichte erleben. Gemeinsam wandern.

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