Wie wird unsere Wiese wild?

Die Ausgangssituation:

 

Ein nicht genutztes Wiesenareal auf dem fast nichts mehr blüht, selbst Löwenzahn wächst hier schon lange nicht mehr! Eine fast Insektenlose "Wiesenwüste" in dem Insekten, Schmetterlinge und andere Tiere kaum Nahrung oder Lebensraum finden.

 

Wie kann die Wiese wieder artenreicher werden und in eine Wildblumenwiese umfunktioniert und zur Bienen- und Augenweide werden?

 

Die Idee:

Einen Teil des Wiesenareals wird in eine Wildblumenwiese umgewandelt.

 

 

 

 

Was ist zu tun?

Eine Wildblumenwiese anzulegen sollte eigentlich nicht zu schwer sein. Da wir eine geeignete Wiese zur Verfügung haben ist schon einmal die erste Hürde beim Projekt genommen.

 

Die Wiese im Flurbereich "Leppertshahn" in Stockum-Püschen wurde eigentlich nie so richtig landwirtschaftlich genutzt genutzt und diente über mehrere Jahre dem hiesigen Jagdpächter als sogen. "Wildacker". Nachdem der Wildacker aufgelöst wurde,  wuchs die Fläche mit Gras zu und wurde jeweils im Frühjahr durch durchziehende Schafherden abgeweidet. Im Sommer wurde die Wiese vom Bauern für die Heuernte genutzt und einfach mit gemäht. 

 

Einfach mal ein wenig Blumensamen auf die Wiese werfen brachte letztes Jahr nicht den gewünschten Erfolg. Ausser ein paar Sonnenblumen und Lupinen waren keine Blumen gewachsen.

 

Nach ein wenig Recherche zum Thema "Anlage einer Wildblumenwiese"  ergaben sich die folgenden vier Schritte die hoffentlich zum Erfolg führen werden:

  1. Boden aufbereiten
  2. Saatgut ausbringen
  3. Pflege
  4. Geduld haben

Für das zugewachsene Wiesenareal war leider meine "normale" Gartenfräse nicht ausreichend dimensioniert.

 

Für die Boden Aufbereitung musste da schon eine stärkere, auf Dauerleistung ausgelegte Fräse, zum Einsatz kommen.

 

Am Vorabend wurde die Gartenfräse von der Baumaschinenvermietung Gramenz in Hof abgeholt und am nächsten morgen zum Einsatzort gebracht.

 

Auf dem Wiesengrundstück sollte in einem Teilbereich eine Blumenwiese entstehen.

 

Nachdem die Umrisse der zukünftigen Wildblumenwiese abgesteckt waren konnten die Bodenarbeiten beginnen.

 

Boden aufbereiten

Die Fräsarbeiten waren durch das leicht abfallende Wiesenareal ziemlich fordernd.

 

Der Boden war trocken, stark verdichtet und darüber hinaus auch noch mit vielen Steinen und Steinbrocken gespickt welche die Arbeiten erheblich erschwerten.

 

Nachdem die ersten Bahnen gezogen waren, wurde schnell die ursprünglich geplanten Abmessungen der Wildblumenwiese auf ca. 400 qm angepasst.

Wildblumenwiesen Boden Vorbereitung

Saatgut ausbringen

Aufgrund von einer Empfehlung wurden bei der Hessenmühle in Gemünden 700 Gramm einer Wildblumenmischung gekauft.

 

Ergänzt wurde dieser Samen mit einer heimischen Wildblumenmischung "Blühende Landschaften", die vom Deutschen Wanderverband dem Westerwald-Verein e.V. zur Verfügung gestellt wurde.

In der näheren Umgebung des Wiesengrundstücks gibt es keine Wasserstelle. Deshalb kann die Aussaat nicht gegossen werden aber fast wie bestellt regnete es 2 Tage nach der Aussaat. Auch wenn der Mai 2021 sich kühl und sehr verregnet zeigt ist der Regen doch, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Segen für das Projekt Wildblumenwiese.

Geduld haben

Wildblumenwiese im Leppartshahn

Nachdem die Aussaat erfolgt ist gilt es jetzt geduldig zu sein. Wenn alles so klappt wie geplant, sollten wir schon in ein paar Wochen die ersten Blumen sehen können.

 

Man sagt das Wildblumenwiesen etwas Anlaufzeit brauchen, aber Geduld wird belohnt: Die schönsten Ausprägungen zeigen sich häufig erst nach ein paar Jahren.

 

Was auch noch wichtig ist - Sicherheitshalber muss noch ein Schild angebracht werden, dass hier eine Wildblumenwiese angelegt wird und die Wiese nicht betreten werden darf.

 

Sicherlich ist auch ein Hinweis sinnvoll, dass die Wiese nicht als kostenloser Selbstbedienungsladen für Blumenfreunde gedacht ist.

 

Wichtig ist auch, dass die Wiese vom Bauern nicht mal eben abgemäht oder als Pferdewiese eingezäunt wird.

Pflege der Wiese

Wie man häufig lesen kann fällt die Pflege bei der Wildblumenwiese nicht weiter ins Gewicht. Unser Plan ist die Wiese pro Jahr einmal zu mähen. Das Mähen sollte üblicherweise zwischen Juli - September erfolgen. Wahrscheinlich bei uns im kühlen Westerwald wohl eher September/Oktober. Zum Mähen kann man die klassische Sense einsetzen (wenn man dann das Sensen beherrscht!) oder die Wiese mit Hilfe einer Motorsense mähen.

 

Ein Tipp den ich irgendwo gelesen habe ist nicht alles auf einmal mähen, sondern mit einer Woche Pause, denn so können die Tiere in der Wiese noch schnell umziehen – und die Muskeln sich etwas entspannen.

Wie geht's weiter? Hat sich der Aufwand gelohnt?

Ich werde in den nächsten Wochen über den Fortschritt des Projektes "Wildblumenwiese im Leppartshahn" berichten. Hoffentlich werden die nächsten Wochen nicht zu trocken und die ausgebrachte Saat keimt und wächst.

 

Schön wäre natürlich auch noch wenn unsere neu angelegte Blumenwiese von den Wildschweinen verschont bleibt und dieser Bereich nicht durchwühlt wird und dadurch alle bisherigen arbeiten zunichte gemacht werden.

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